| 13. Bericht 18.September IDM Hockenheim |
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Saison endet mit gemischten Gefühlen Alt verpasst Podest knapp War es vor einem Jahr noch das Freudenberg Racing Team aus Bischofswerda, welches die dominierende Truppe in der Achtelliterklasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) war, gebührte diese Ehre in dieser Saison dem RZT Racing Team von Heiko Reinhold aus dem Vogtland. Im Prinzip befand sich Reinhold ab dem Rennen auf dem Schleizer Dreieck in der gleichen Situation, wie Michael Freudenberg vom gleichnamigen Rennstall ein Jahr zuvor an gleicher Stelle. Doch auch wenn die Titel-Messen zwischen dem Australier Jack Miller und dem Bergisch-Gladbacher Luca Amato gesungen werden sollten, rückte das Bischofswerdaer Rennteam hoch motiviert zum letzten Saisonlauf der IDM in Hockenheim. Gerade der Nümbrechter Florian Alt wollte in Baden-Württemberg seinen positiven Aufwärtstrend des letzten Saisondrittels fortsetzen - auf dem Schleizer Dreieck gab es mit Rang drei den ersten Podestplatz, ein Rennen später folgte in Österreich der erste Sieg für den KTM-Piloten. Und so viel sei gleich vorweg genommen: In Hockenheim verpasste der junge Alt das Podium nur knapp. Amato hatte sich gleich vom Start weg an die Spitze gesetzt, doch dahinter tobte bis zur Ziellinie ein Vierkampf um die letzten beiden verbleibenden Podestplätze. Dabei sah sich Alt gerade in der letzten Runde einem Kampf mit Miller ausgesetzt, welcher Meisterschaftsentscheidend sein sollte. Der Australier wusste, dass wenn er Fünfter wird, der Titel an seinen Teamkollegen Amato ganz vorn geht, doch auch Alt wollte auf das Podest und schenkte dem Konkurrenten nichts. Sogar eine Berührung gab es zwischen den Beiden, doch auf der Ziellinie war Miller einen Tick vorn und Alt wurde Fünfter. "Wir haben hart um den vierten Platz gekämpft, aber wir wollten beide nicht stürzen", resümierte Alt. "Ich habe die Saison trotz einer Verletzung mit Rang acht abgeschlossen und habe gerade in den letzten drei Rennen gezeigt, dass ich ganz vorn mitmischen kann. Nächstes Jahr möchte ich um den Titel kämpfen." Vorjahresmeister Luca Grünwald verabschiedete sich in Hockenheim mit einem neunten Rang aus der Saison und muss seine Startnummer 1 abgeben. Insgesamt sammelte der Waldkraiburger dieses Jahr 78 Punkte und einen Sieg. Die Umstellung von seiner Meister-Seel-Maschine aus dem Vorjahr auf das KTM GP-Bike hatte sich Anfang des Jahres als etwas schwieriger als erwartet gezeigt. Doch auf dem Schleizer Dreieck konnte Grünwald endlich sein erstes Podest und gleich einen Sieg feiern. Auch in Österreich lag der damals noch amtierende Meister auf Sieg-Kurs, musste dann aber mit einem technischen Defekt aufgeben. In Hockenheim blieb das Rennen auch nicht ganz fehlerfrei. "Wir waren in der Parabolica zu dritt nebeneinander und dort verlor ich gleich einmal zehn Sekunden", schilderte Grünwald. "Ich habe zu spät gebremst und mir ging die Straße aus." Mehr als Rang neun war dann nicht mehr drin. "Ich konnte dieses Jahr meine eigenen Erwartungen nicht erfüllen, aber die Unterstützung und Betreuung des Freudenberg Racing Teams aus Bischofswerda, meines Mechanikers Klaus Beinhofer und meiner Familie war unglaublich. Ohne diese Hilfe hätte ich vielleicht hier und da schon mal die Beherrschung verloren. Aber wir haben das Jahr bestmöglich durchgezogen und mit dem Sieg in Schleiz habe ich auch gezeigt, dass ich es noch immer kann." Der Österreicher Lukas Wimmer sah in Hockenheim das Ziel als 16., erbte aber dennoch einen weiteren Meisterschaftspunkt, da vor ihm ein Gaststarter aus den Niederlanden ins Ziel kam. Gaststarter sind in der IDM nicht punktberechtigt. Wimmer, der im Vorjahr die Nachwuchsserie des ADAC Junior Cups gewonnen hatte, legte eine ausgezeichnete erste Saison in der Klasse bis 125ccm hin. Außer beim Rennen in Oschersleben, als er stürzte, konnte der 17-Jährige immer Punkten. Gleich beim Saisonauftakt auf dem Lausitzring hatte er mit Rang neun sein bestes Ergebnis einfahren können. "Natürlich hätte ich mich über das Jahr gern noch ein paar Mal mehr in den Top Ten klassiert", fasste er das Jahr zusammen. "Aber ich muss auch mit meiner Konstanz zufrieden sein. Es war mein erstes Jahr in der IDM 125. Es ist unglaublich, was man hier technisch alles einstellen kann und damit auch lernen muss. Aber mit einem Jahr Erfahrung bin ich jetzt bestens für die neue Saison gerüstet. Ich kann es kaum erwarten, dass es wieder los geht." Der Krostitzer Toni Finsterbusch hatte in Hockenheim einmal mehr Pech. Mit seiner KTM kämpfte er in der Anfangsphase um die Führung mit. "Vor mir hat dann aber irgendwer sehr zeitig und unerwartet gebremst, ich war hinter meinem Teamkollegen Florian, der daraufhin auch in die Eisen ging", schilderte Finsterbusch. "Ich konnte nicht schnell genug darauf reagieren, weil das alles so unerwartet war und bin Flo ins Heck geknallt und gestürzt. Das ärgert mich, doch Gott sei Dank konnte Florian weiter fahren." Finsterbuschs Saison war leicht durchwachsen. Auf dem Lausitzring und in Oschersleben kämpfte er schon jeweils um das Podest, doch Punkte gab es keine mit nach Hause. Auf dem Nürburgring folgte dann der erste Sieg, Platz fünf auf dem Sachsenring und ein weiteres Podium als Dritter auf dem Salzburgring. Beim sechsten Saisonlauf auf dem Schleizer Dreieck stürzte Finsterbusch bereits im freien Freitagstraining und brach sich das Schlüsselbein. "Ich musste dann pausieren und habe auch darauf verzichtet als Zuschauer zum Red Bull Ring zu fahren", so der Krostitzer. "Hier in Hockenheim wollte ich mein Können eigentlich noch einmal zeigen, bin aber unglücklicherweise wieder gestürzt. Das tut mir besonders für das Team leid, denn ich weiß, dass ich mehr kann. Letztes Jahr war ich Vize-Meister, darum hatte ich für das Jahr 2011 hohe Erwartungen. Der zehnte Gesamtrang spiegelt jetzt aber nicht das wieder, was ich wirklich kann. Aber die Tiefschläge habe ich schon verdaut und ich blicke jetzt voller Tatendrang auf 2012!" Der fünfte im Freudenberg-Bunde, der Österreicher Deni Cudic, war in Hockenheim einmal mehr nicht am Start. Ihm bleibt 2011 der 15. Gesamtrang der IDM 125, nachdem er nur in den ersten drei Läufen des Jahres 23 Punkte sammeln konnte. Platz sechs aus Oschersleben ist das Top-Resultat. Nach einer Saison mit fünf Piloten im Freudenberg Racing Team zieht der Teamchef Michael Freudenberg ein positives Resümee, auch wenn man nicht ganz an die Erfolge aus 2010 anknüpfen konnte. "Wir hatten ein wahres Mammutprogramm zu stemmen, aber das ist uns glaube ich ganz gut gelungen. Durch fünf Fahrer war in unseren Boxen immer viel los", so der Bischofswerdaer. "Wir haben aber auch an Mechanikern aufgestockt und ein akkurates Team zusammengestellt. Ich möchte mich bei allen in unserem Team bedanken, die dieses Jahr so hart gearbeitet und uns geholfen haben. Leider waren wir 2011 nicht ganz so erfolgreich wie in der Saison zuvor. Aber so ist der Rennsport nun einmal, kein Jahr ist wie das andere. Trotzdem haben wir mit drei unserer Fahrer jeweils ein Rennen gewonnen, dazu kommen zwei weitere Podeste. Schlagkräftig waren wir, nur manchmal hat halt das letzte Quäntchen Glück gefehlt. Begeistert bin ich auch von unserem wirklichen Nachwuchs wie Lukas Wimmer. Er hat am Anfang manchmal vielleicht ein wenig zu viel gewollt, doch hat die Kurve bekommen und fleißig gelernt. Wenn er das Gelernte im nächsten Jahr umsetzen kann, dann sieht es für ihn gut aus. Luca hatte am Anfang etwas Schwierigkeiten mit der für ihn neuen KTM, aber auch er hat die Kurve bekommen. Bei Toni kam das Verletzungspech hinzu, aber auch er hatte die Pace für die Spitze. Und natürlich ist unser Florian Alt hervorzuheben, der gerade im letzten Saisondrittel einen richtigen Sprung nach vorn gemacht hat." Presse : Toni Börner |









